|
18. Jänner 2010 / ÖJAB-Haus Niederösterreich 1 HNÖ-Stammtisch: "Wirtschaftskrise - noch lange nicht vorbei?" Im ÖJAB-Haus NÖ1
gab es am 18. Jänner 2010 einen Vortrag von Friedensforscher Karl
Kumpfmüller: "Wirtschaftskrise noch lange nicht vorbei?"
Es war eine Auftaktveranstaltung für den HNÖ-Stammtisch (eine
zukünftig regelmäßig stattfindende Diskussionsrunde,
die sich mit globalen Fragen beschäftigen wird). |
|||
|
|
|||
|
02. Feber 2010 – Juli 2010 / ÖJAB-Haus Niederösterreich 2 "Wasser – Globale Ressource des Lebens" Diese Maßnahme bestand aus einem einführenden Vortrag zum Wasser als globaler Ressource und 3 Exkursionen, die drei Betrachtungsweisen des Wassers (als Trinkwasser, Abwasser und als Ort der Begegnung) erklärten. Mit diesem Konzept trug die Heimleitung der Lust von Jugendlichen an Ausflügen und Unternehmungen Rechnung und vermittelte damit einen attraktiven Zugang zum Globalen Lernen.
Folgende Aktivitäten wurden gesetzt:
Die beiden ersten Exkursionen zum Thema "Abwasser" führten am 12. März 2010 durch die Kläranlage Simmering und am 2. Mai 2010 in die Wiener Kanalisation auf den Spuren des Dritten Mannes und auch der Wiener Kanalarbeiter. 15 TeilnehmerInnen aus dem ÖJAB-Haus Niederösterreich 2, gebürtig aus Österreich, Deutschland, Serbien, Peru und dem Iran waren mit dabei. Zum Themenblock "Das Trinkwasser" fand am Samstag, den 29. Mai 2010 ein Besuch im Museum der 1. Wiener Hochquellwasserleitung inklusive Besichtigung der Kaiserquelle statt, verbunden mit einem Seminar im Landgasthof Kaiserbrunn, um globale Aspekte des Themas aufzubereiten, z.B. durch einen eigens zusammengestellten Wasserquiz. "Im Anschluss diskutieren wir mittels im Internet zusammengesuchten Texten zum Thema "Virtuelles Wasser" und "Wasser-Fußabdruck" und widmeten uns länger der Frage, wie es zu den falschen Wasserverbrauchsplanungen wasserarmer Länder kommen konnte und welche Lösungsmöglichkeiten es geben kann." Zum Themenblock: "Wasser als Ort der Begegnung" organisierten alle Jugendlichen aus dem Wohnheim NÖ. 2 ein Wasserfest. Statt wie angekündigt am 17. Juni 2010 fand die Veranstaltung wegen Schlechtwetters erst am 24. Juni 2010 "zwischen zwei Wassern" statt, nämlich auf der Wiener Donauinsel nahe der Brigittenauer Bucht. Rund 200 junge Leute nahmen teil und erfuhren von den ProjektteilnehmerInnen über ihre Ergebnisse und die Eindrücke aus den Exkursionen. Am 4. Juli besuchten wir den Nationalpark Donauauen mit dem Nationalparkboot von der City. "Durch die vielfältige, erlebnisreiche und abwechslungsreiche Weise, in der sich die ProjektteilnehmerInnen mit lokalen und globalen Fragen zum Wasser befasst haben, ist es gelungen, bei einer Gruppe von jugendlichen Peers das Bewusstsein für globale Zusammenhänge der Ressource Wasser zu schärfen". (aus dem Bericht der Heimleiterin Tanja Pöckl) |
|||
|
|
|||
|
18.-19. Februar 2010 / Europahaus Wien Startseminar für
den Tandem-Lehrgang: Vom 18. - 19. 02. 2010
trafen sich interessierte TeilnehmerInnen im Europahaus Wien zum Startseminar
für den Tandem-Lehrgang "Globales Lernen im Dialog der Generationen".
Dieses Seminar war ursprünglich für November 2009 vorgesehen,
musste aber wegen einer unternehmensinternen Terminkollision und Erkrankung
von Prof. Gronemeyer verlegt werden. Das Seminar diente der inhaltlichen
Befassung mit der Generationenfrage im Zusammenhang mit globalen Entwicklungsfragen,
ein Thema, das von Reimer Gronemeyer ausführlich dargestellt wurde.
Der zweite Schwerpunkt betraf die Tandembildung und die Entwicklung
erster Aktivitäten. |
|||
|
|
|||
|
Internationaler Lieder- und Kammermusikabend
|
|||
|
|
|||
|
22. März 2010 / ÖJAB-Haus Mödling Lese- und Schreibprojekt zum Globalen Lernen in der ÖJAB im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Dr. Bruno Buchwieser-Bibliothek (BBB) Bereits im vergangen Jahr wurde daran gearbeitet, die Bücher zu ordnen und an Ort und Stelle zu bringen. Dies geschah durch tatkräftige Unterstützung der Betreuerin Heike und der Zivildiener Richard und Alexander. So konnten 3.424 Literaturexemplare, darunter einige vom alten Sortiment, aber auch aktuelle Meisterwerke, leseinteressierten HeimbewohnerInnen zur Verfügung gestellt werden. Das Sortiment ist gut bestückt an interessanten und durchaus wertvollen Atlanten und Lexika, Fachbüchern zu diversen Themen, Jugendliteratur, aber auch Geschichten, Dramen, Sagen, Legenden und Zeitschriften. Die BBB ist eine öffentliche Bibliothek, Mitglied des ÖBV (www.bvoe.at) und kann auf der Homepage (www.abz-mödling.at) eingesehen werden. SchülerInnen können das Angebot vor allem für Referate und für die Matura gezielt einsetzen.
Am 22. März 2010 wurde die kollektive Sammlung eröffnet. Zahlreiche Bewohner und Bewohnerinnen kamen und schmökerten sich durch die Regale. Für ausreichend Speis und Trank sorgte die Heimleitung und konnte somit nicht nur kulinarisch sondern auch literarisch einen Erfolg verbuchen. Dabei wurde auch eine Idee präsentiert, die im Rahmen eines Seminars im Tandem-Lehrgang von Carina Grabner, Willie Eppel und Hans Göttel entwickelt wurde: Interessierte Personen lesen in einem bestimmten Zeitraum eine bestimmte Anzahl von Büchern (aus einer gemeinsam erstellten Liste von empfohlener Literatur) und schreiben über das aus jeweiliger Sicht "beste" Buch (oder die besten Bücher) eine Buchkritik. Die (besten) Buchkritiken werden in geeigneter Form veröffentlicht (die Autoren erhalten ein Geschenk). Dieser Vorschlag fand letztlich zu wenig Zustimmung. Ein neuer Versuch ist für das dritte Projektjahr vorgesehen. |
|||
|
|
|||
|
14.-16. April 2010 + 11.-13. November 2010 / ÖJAB-Lehrgang "Globales Lernen im Dialog der Generationen" Seminare in Wien und Strobl am Wolfgangsee Die Seminare widmeten sich dem Wohnen und den Wohnheimen als bedeutsame Bedingungen für Bildung. Ausgangspunkt war ein Zitat von Martin Heidegger aus 1951: "In der Weise, wie wir den gebauten Raum beleben (‚wohnen') spiegele sich, wie wir die Wirklichkeit verstehen und was wir für sinnvoll und bedeutungsvoll erachten (‚denken')" - und das Interesse der ÖJAB, ihre Wohnheime einmal unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Beim ersten Seminar betrachtete der Soziologe Franz Kolland das Wohnen aus dem Blickwinkel der Generationenfrage, Helmuth Hartmeyer und Franz Bittner arbeiteten mit den TeilnehmerInnen zu Idee und Praxis des Globalen Lernens (anhand von Aktionsideen, die von den SeminarteilnehmerInnen eingebracht wurden); beim zweiten Seminar standen praktische Exkursionen in Kultur- und Bildungshäuser in Wien (z.B. Afro-Asiatisches Institut) auf dem Programm, wo die TeilnehmerInnen anhand eines Fragenkatalogs selbst Recherchen anstellen konnten. Die meisten der im Berichtsjahr durchgeführten Veranstaltungen wurden in diesen Seminaren konzipiert. Daten der Seminare:
|
|||
|
|
|||
|
3.-6. Juni 2010 / ÖJAB-Haus Niederösterreich 2 Radtour "Entlang der Grenze" – auf den Spuren des Eisernen Vorhangs Vom 3. bis 6. Juni 2010 machten sich zehn Bewohnerinnen und Bewohner des ÖJAB-Hauses NÖ.2 auf Spurensuche. Sie folgten den Spuren des "Eisernen Vorhanges" zwischen Gmünd und Retz. Aus ihrem Bericht:
"War es vor einem Vierteljahrhundert noch tödlich sich hier entlang der Grenze zu bewegen, kann man heute unbeschwert die Grenze überschreiten. Die meisten unserer Bewohnerinnen und Bewohner kennen den Eisernen Vorhang nur mehr vom Geschichteunterricht. Mit dieser Tour wollten wir aufzeigen, was es heißt unüberwindbare Grenzen zu ziehen. Denn während wir in Europa bemüht sind Grenzen abzubauen, werden anderswo auf der Welt noch viel höhere Zäune errichtet, z.B. im Gaza Streifen, zwischen Nord- und Südkorea oder zwischen den USA und Mexiko. Auf dem Weg machten wir auch immer wieder Halt bei historischen Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten und ließen uns von ortskundigen Führern Geschichte(n) erzählen. So besuchten wir alte Zollhäuser und gerodete Dörfer, Gemeinden diesseits und jenseits der Grenze und das Kreativlabor Dobersberg."Vom 23.-25. Juli 2010 fand rund um das Wohnheim ein Sommerfest statt, das seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Verein "Grenzenlos St. Andrä-Wördern" organisiert wird. BewohnerInnen des Wohnheimes sind Flüchtlinge, die hier von der ÖJAB betreut werden und eine gartenpädagogische Ausbildung bekommen.
|
|||
|
|
|||
|
23.-25. Juli 2010 / Interkulturelles Wohnheim ÖJAB-Haus Greifenstein Grenzenloses Sommerfest Vom 23.-25. Juli 2010 fand rund um das Wohnheim ein Sommerfest statt, das seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Verein "Grenzenlos St. Andrä-Wördern" organisiert wird. BewohnerInnen des Wohnheimes sind Flüchtlinge, die hier von der ÖJAB betreut werden und eine gartenpädagogische Ausbildung bekommen.
|
|||
|
|
|||
|
21. September 2010 / ÖJAB-Häuser Neumargareten, Greifenstein, Eisenstadt "Gärten und Globales Lernen" – eine fruchtbare Beziehung! Da im Rahmen des Projekts die allseits vorhandene Lust an der Gartenarbeit deutlich geworden ist, hat sich eine kleine Gruppe vorgenommen, einerseits den Zusammenhang von Gartenidee und Globalem Denken aufzuspüren und andererseits Aktivitäten zum Globalen Lernen in und mit den Gärten der ÖJAB-Wohnheime durchzuführen. Besonders intensiv arbeitet man im Interkulturellen Wohnheim Greifenstein, wo Flüchtlinge betreut werden, mit Gartenpädagogik. Die dortige Heimleiterin beschreibt ihre Motivation so: "Es geht bei unserer Arbeit nicht nur um den Garten. Die meisten meiner SchülerInnen haben eine geringe bis gar keine Schulbildung. Ich versuche einen sehr niederschwelligen Zugang zu Wissen in den Bereichen biologischem Gartenbau, Arten- und Naturschutz, Botanik, Zoologie und ökologischen Kreisläufen zu gewährleisten – das ganze in Verbindung mit der Aneignung von Deutschkenntnissen. Wie ich schon erwähnt habe, ist es für die meisten, meiner Erfahrung nach, äußerst schwierig, aus Büchern zu lernen bzw. sich auf Literatur zu konzentrieren. Das Interesse, etwas zu lernen, ist vorhanden! Ich arbeite sehr viel mit Bildern und z.B. mit Becherlupen und versuche das Anschauungsmaterial mit – so hoffe ich – interessanten Geschichten und Fakten zu erklären. Vor allem die praktischen Arbeiten werden mit großer Begeisterung ausgeführt (Blumen binden, ansaaten, …).Es gibt z.B. in Graz eine Frau, die den "Palaver unterm Apfelbaum" ins Leben gerufen hat – Vermittlung von Deutschkenntnissen ohne Verwendung von Büchern. Es ist für uns nicht einfach nachzuvollziehen, wie schwer es oft für diese Menschen ist, die Sprache zu lernen. Manche gehen aus Scham nicht in den Deutschkurs, da sie Probleme haben, auf herkömmlichen Wegen die Sprache zu erlernen. Es müssen Alternativen gefunden werden … und ich bin auf der Suche nach alternativen Lehrmethoden. Natürlich sprechen wir auch über die unterschiedlichen Gegebenheiten in den verschiedenen Ländern (Klima, Tiere, Pflanzen, …). Hierbei ist es mir auch ein großes Anliegen, Ängste abzubauen (Schlangen, Spinnen, …), die oft sehr ausgeprägt sind. Letztes Jahr war z.B. ein Junge aus Somalia in der Gruppe, der alle Regenwürmer gekillt hat, da er dachte es wären kleine Schlangen. In weiterer Folge soll auch unser Infostand die BesucherInnen des Schaugartens über die Ungefährlichkeit und Wichtigkeit von Hornissen und Co. informieren. Auch hoffe ich, den TeilnehmerInnen einiges an Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln, die ihnen bei ihrem weiteren Lebensweg hilfreich sein könnten. Sie könnten als GartenhilfsarbeiterInnen oder BlumenverkäuferInnen einen Job anstreben. Falls einige wieder nach Hause zurück müssen, ist es, so denke ich auch sehr hilfreich, zu wissen, wie man Gemüse und Obst anbaut, pflegt und erntet, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen."
Am 21. September 2010 fand im ÖJAB-Haus Neumargareten ein Studientag "Eine bessere Welt ist pflanzbar – Erkundungen zu Gartenwelten für das Globale Lernen" statt. Der Konferenzsaal der angrenzenden Pfarre wurde genützt für zwei Vorträge mit Bilder- und Filmvorführungen:
Anschließend folgten im ganzen Haus didaktische Arrangements, um das Thema zu demonstrieren und zu vertiefen
Gesamtleitung des Studientages: Veronika Stegbauer, ÖJAB-Haus Neumargareten Eine konkrete Folge dieser Auseinandersetzung ist ein Experiment im ÖJAB-Haus Eisenstadt: die Mitwirkung bei der Anlage eines Kosmopolitischen Gartens auf einem vom Land Burgenland dafür zur Verfügung gestellten Grundstück. An dieser Initiative, die vom Europahaus Burgenland koordiniert wird, beteiligen sich BewohnerInnen aus mehreren ÖJAB-Wohnheimen in Wien, aus Greifenstein kommt wichtige Beratung. |
|||
|
|
|||
|
10. Oktober 2010 / ÖJAB-Haus Niederösterreich 1 "A g'scheit´s Frühstück" – Aufwachen zum Globalen Denken am Sonntagvormittag Veranstaltungsreihe für die jungen BewohnerInnen des Hauses und interessierte Menschen aus der Nachbarschaft im 2. Bezirk. Das Angebot wurde von vielen Menschen angenommen, die Treffen entwickelten sich zu Matineen, wo auch der Dialog der Generationen durch wissenschaftliche Inputs angeregt wurde. Die Maßnahme wurde im Rahmen eines Tandemseminars durch 2 junge BewohnerIn des ÖJAB-Hauses (Daniela Schagerl und Matthias Farfeleder), eine aktive Seniorin (Gabriele Klausz) und dem Heimleiter Markus Gruber konzipiert: als eine gute Gelegenheit für Bürger / Bürgerinnen des zweiten Wiener Bezirks, die ÖJAB und ihre Aktivitäten im Bereich Bildung und EZA kennenzulernen, und für die ÖJAB eine Chance, Initiativen aus der Nachbarschaft ins Haus zu holen. So wurden beim ersten Treffen die Geschichte der Initiative Aktionsradius Augarten präsentiert. Mitgebrachte Mehlspeisen, Marmeladen etc. sorgten für ein üppiges kulinarisches Angebot, ausgesuchte ExpertInnen, wie der Schriftsteller Goran Novakovic oder der Alters- und Entwicklungsforscher Franz Kolland für künstlerische und wissenschaftliche Beiträge.
Die einzelnen Termine: 10. Oktober 2010: "Der Wiener Augarten in Geschichte und Gegenwart", Informationen über die dortige multikulturelle Arbeit von Dipl.Ing. Dieter Schreiber, Mitbegründer des Aktionsradius Augarten und Geschäftsführer der "Bunkerei". 14. November 2010: "Vorurteile", Goxilla, ein Wiener Autor serbischer Herkunft (bürgerlicher Name: Goran Novakovic), sammelte Vorurteile über In- und Ausländer und gab diese mit viel Sarkasmus und politischer Unkorrektheit wieder. 12. Dezember 2010: Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland, Institut für Soziologie der Universität Wien: "Was heißt wohnen? Wohnkultur und Wohnstile im Lebensverlauf und Zukunftsmodelle für das Zusammenleben von Jung und Alt." Über die Möglichkeiten des Zusammenlebens altersmäßig weit entfernter Generationen – die sich manchmal auch sehr fremd sind? – wurde angeregt diskutiert. Bei jedem dieser Frühstücke waren durchschnittlich rund 50 ProjektteilnehmerInnen anwesend. Das Interesse an diesen "G'scheiten Frühstücken" ist stark gewachsen. Die Veranstaltungsserie soll 2011 fortgesetzt werden. |
|||
|
|
|||
|
19.10.2010 – Februar 2011 / ÖJAB-Haus Niederösterreich 2 Studienzirkel: "Bosnien-Herzegowina, Interkulturelles Zusammenleben nach dem Krieg" "Ich persönlich war zu Zeiten des Jugoslawien-Krieges 17 bis 20 Jahre und war erschüttert; aber irgendwie war alles so weit weg. Heute fühle ich mich sehr hilflos und uninformiert oder vielmehr schlecht informiert. Ich möchte die Situation in unserem Wohnheim nutzen, um mehr ‚Wahrheit' in Umlauf zu bringen."
Die Aktion bestand aus 4 Abendveranstaltungen, der Mitwirkung an einem Balkan-Fest "Meet your neighbours" im benachbarten ÖJAB-Haus Niederösterreich 1 und der Planung einer Studienreise nach Bosnien (die im April 2011 durchgeführt wurde). Die einzelnen Termine: 19. Oktober 2010: Start des Projektes mit Vorführung des prämierten Spielfilms "No Mans Land" über den serbisch-bosnischen Krieg (Videoprojektion auf Leinwand) – ein packender, kritischer, sehr berührender Film über das Grauen des Bosnienkrieges an der Front und die fragwürdige Rolle der UNO-Truppen. Nach dem Film diskutierten die rund 20 ProjektteilnehmerInnen, die an diesem ersten Abend anwesend waren, intensiv mit Projektleiterin Tanja Pöckl und mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen Tijana Milinkovic (aus Serbien) und Enisa Barakovic (aus Bosnien). 15. November 2010: Univ. Ass. Dr. M.A. Armina Galijas war als Expertin eingeladen und gab in einem abendfüllenden, spannenden Referat für rund 50 ZuhörerInnen einen Überblick über "Geschichte, Religion und Politik von Bosnien-Herzegowina – Teil 1". Anschließend folgte eine angeregte Diskussion darüber.
Am 24. Februar 2011 fand ein weiterer Projektabend statt, in dem erstmals drei junge Erwachsene als Zeitzeugen geladen waren, die in ihrer Kindheit den Bosnienkrieg miterlebt hatten und ausführlich den Kriegsalltag und ihre persönliche Lebensgeschichte schilderten. Wo die deutsche Sprache der Erzählenden nicht ausreichte, half Enisa Barakovic als Übersetzerin. "Das unmittelbare Hören dieser Zeitzeugenberichte war für die anwesenden ca. 25 Jugendlichen und Gäste ein intensives Erlebnis und zweifellos bis jetzt ein Projekthöhepunkt." Die Projektabende wurden durch bosnische Musik und eine kleine Literaturausstellung über Bosnien ergänzt. Im Studienzirkel haben 12 Personen mitgewirkt, als Gäste kamen weit mehr InteressentInnen zu den einzelnen Veranstaltungen. Leitung: Tanja Pöckl, Heimleiterin. |
|||
|
|
|||
|
21. Oktober 2010 / ÖJAB-Häuser Niederösterreich 1 und 2 "Meet your neighbours"
Am 21. Oktober 2010 fand ein Fest der Begegnung zwischen Balkan-Kultur und Österreich mit über 800 jungen Menschen statt. Ein großer Event, um Toleranz und Globales Lernen zu fördern und Ausländerfeindlichkeit abzubauen. Die Veranstaltung wurde von jungen Leuten der Wiener ÖJAB-Häuser Niederösterreich 1 und 2 (beide in Wien) gemeinsam organisiert, mit Beratung durch den kroatischen und bosnischen Kulturverein NAPREDAK. Der "HNÖ-Chor", bestehend aus jungen BewohnerInnen des ÖJAB-Hauses Niederösterreich 1, sang Lieder aus dem Balkan und aus Österreich, einstudiert und geleitet von Chorleiter Harald Fink.
Gesamtleitung: Markus Gruber. |
|||
|
|
|||
|
4. November 2010 / ÖJAB-Haus Burgenland 3 Filmabend im B3 Am 4. November 2010 fand im zentral gelegenen ÖJAB-Haus Burgenland 3 in Wien ein großer Filmabend statt, der von rund 60 jungen Leuten besucht wurde. Der Abend war von einem jungen Team der beiden ÖJAB-Häuser Donaufeld und Burgenland 3 geplant und durchgeführt worden. Zunächst wurde der vielbeachtete Kinofilm "Gurbet – in der Fremde" (www.gurbet-derfilm.at) mittels Beamer und Leinwand vorgeführt, unter Anwesenheit des Regisseurs Kenan Kiliç. Weiters war als Experte für türkische MigrantInnen in Wien Herr Mag. Cahit Sarialtin eingeladen, ein langjähriger MigrantInnenberater und Gerichtsdolmetsch für Türkisch. Der im Jahr 2008 gedrehte Film "Gurbet – in der Fremde" erzählt die Geschichten von neun ArbeitnehmerInnen aus der Türkei, die als erste Generation von ArbeitsmigrantInnen ab 1964 nach Österreich gekommen sind. Sie haben den größten Teil ihres Lebens in Österreich verbracht und stehen jetzt bereits an der Schwelle zur Pensionierung. In der Türkei sind sie Fremde, aber ist Österreich wirklich zu ihrer Heimat geworden? Kenan Kiliç sammelte ihre Erinnerungserzählungen von der Zeit in der Türkei vor dem Aufbruch in das Arbeitsleben und dann als "GastarbeiterInnen" in Österreich bis zur Gegenwart in einer exemplarischen oral (visual) history Filmchronik. Anschließend diskutierten Regisseur Kenan Kiliç und Mag. Cahit Sarialtin miteinander und mit dem Publikum angeregt über die Inhalte des Filmes. Moderiert wurde der gesamte Abend von Tanju Cengiz, der als politischer Aktivist ebenfalls einschlägige Projekterfahrung zum Thema türkischer MigrantInnen hat. Besonders eingehend wurde das Thema "Integration" und die sich stellenden Schwierigkeiten besprochen. Die Diskussion verlief stellenweise sehr heftig und kontrovers, nachdem ein junger Zuhörer aus dem Publikum den Film kritisierte und sich relativ undifferenziert über "zuviel Toleranz" gegenüber AusländerInnen beklagte. Sofort wandten sich andere junge Leute dagegen – dieser Diskussionsprozess ging schließlich sehr tief in gesellschaftliche Ursachenforschung und war faszinierend mitzuerleben.
Mit diesem Abend gelang es einerseits, zwei weiter entfernte Wiener ÖJAB-Häuser erstmals zu einer engeren Kooperation zu motivieren, vor allem aber viele junge Leute für Fragen von Migration und der Lebenssituation von MigrantInnen differenziert zu sensibilisieren. |
|||
|
|
|||