18. - 20. Juli 2008 / ÖJAB-Haus Greifenstein

"Sommerfestival Grenzenlos & UNSTAW Kongress"

Ein dreitägiges Fest fand vom 18. bis 20. 7. 2008 rund um das Interkulturelle Wohnheim ÖJAB-Haus Greifenstein im Grünen direkt an der Donau und am Donau-Fahrradweg statt. Es wurde von und mit Flüchtlingen aus 72 Nationen, die die ÖJAB dort betreut, organisiert. Zu den Angeboten gehörte: Bazar, Kinderaktivitäten, kulinarische Spezialitäten, internationale Live-Musik und Tanz, Theater, Kurdische Gedichte, Ausstellungen, Sport & Spiel, Internationales Dorf (Zeltmöglichkeit), Lagerfeuer uva.

Dieses Fest gibt es bereits seit mehreren Jahren, stets in Zusammenarbeit zwischen der ÖJAB und dem Verein "Grenzenlos St. Andrä-Wördern". Viele Flüchtlinge, die in den 60er Jahren nach Österreich kamen und deren Nachkommen sind hier besonders engagiert. Im Jahr 2008, auch angeregt durch "Globales Lernen neuer Generationen", wurden die Aktivitäten ausgeweitet und ein faszinierendes neues Highlight eingebaut: Der erste UNSTAW-Kongress"United Nations of St. Andrä/Wördern" wurde durchgeführt. UNSTAW gibt jedem / jeder die Möglichkeit, BotschafterIn ihrer / seiner Heimat zu werden:

www.unstaw.org

Artikel aus "jung & heimlich":

Das vierte Grenzenlos Sommerfestival vom 18. bis 20. Juli 2008 in Greifenstein (NÖ) konnte mit einem besonderen Highlight aufwarten: es fand der erste United Nations of St.Andrä/Wördern Kongress statt.
UNSTAW wurde dieses Jahr im Rahmen des Mostviertel-Viertel-Festivals ins Leben gerufen. Es ist ein Projekt des Vereins Grenzenlos St. Andrä/Wördern.
Jede/r konnte BotschafterIn ihrer/seiner Heimat werden. Es wurden UNSTAWAutoaufkleber verteilt, UNSTAW-Diplomatenausweise für alle selbsternannten DiplomatInnen angefertigt und es konnten auch UNSTAW-T-Shirts und UNSTAW-Tafeln erworben werden. Nähere Infos zum UNSTAW-Projekt unter www.unstaw.org.
Wie jedes Jahr fanden wieder zahlreiche Aktivitäten statt, wie z.B. Filzen, Weben unterm Apfelbaum, Basteln mit Naturmaterialien, Tanzworkshops (Hip hop, Salsa, Oriental-Bauchtanz), Volleyeball- und Minifußballturnier. Es wurden kurdische Märchen erzählt und natürlich wurde gegrillt und gekocht. Das Weltbuffet bot zusätzlich Spezialitäten aus aller Welt. Auch der Radl-Salon Mowetz & Co war zu Gast. Vor dem Haus konnte man die kuriosesten Fahrräder ausprobieren. Fahrräder, die aus alten Fahrradteilen zusammengebaut wurden.

Die BewohnerInnen des ÖJAB-Hauses Greifenstein haben wieder tatkräftig mitgewirkt. Samstag und Sonntag ging es in der Küche wie gewohnt sehr geschäftig zu. Es wurden Speisen aus den Heimatländern zubereitet, die dann beim Weltbuffet> angeboten wurden. Traditionellerweise betreuten zwei BewohnerInnen wieder die „Kaffee- und Kuchenhütte“, bei der es Samstag und Sonntag natürlich auch Frühstück gab. Die Einnahmen der „K- und K-Hütte“ kommen ausschließlich dem „Interkulturellen Naturgarten Greifenstein“ zu Gute.

Freitag am Abend spielten „Bird Prey“ (Akustik Rock) und „und…?“ (die Rettung
des Austropop). Trotz des etwas feuchteren Wetters war die Stimmung sehr gut.
Am Samstagabend konnten wir zu Afrikanischen Disco-Rythmen tanzen. Gegen 22.00 Uhr wurde eine kleine Pause eingelegt und die „Irrwische“ veranstalteten vor dem Haus eine mystische Feuershow, bei der wohl kein Auge trocken geblieben ist (wohlgemerkt: vor Lachen!).
Da es am Sonntag leider geregnet hat, mussten wir alle Programmpunkte absagen. Ein paar Festgäste sind dennoch geblieben; haben noch gegessen und sich ein trockenes Plätzchen gesucht, um selbst zu musizieren.
Es war wieder ein sehr gelungenes Fest und natürlich werden schon wieder die Ideen und Wünsche für das Sommerfestival 2009 diskutiert!

- Marianne Haider

ÖJAB-HAUS GREIFENSTEIN
Interkulturelles Wohnheim der Österreichischen Jungarbeiterbewegung
A-3422 Greifenstein, Hauptstraße 2, Tel.: 02242/322 20-20
Email: greifenstein@oejab.at


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16. Oktober 2008 / ÖJAB-Haus Burgenland 3

"Macht und Gerechtigkeit - Lesestammtisch B3"

Seit dem Wintersemester 2008/09 findet einmal im Monat (Beginn Oktober 2008) ein Studien- und Lesezirkel unter dem klingenden Namen "Lesestammtisch" im Studentinnen- und Studentenwohnheim in der Bürgerspitalgasse 19 statt. Als erstes Buch wurde die Aufzeichnung einer Fernsehdiskussion aus dem Jahre 1971, bei der es zu der legendären Begegnung zweier wissenschaftlicher "Superhelden", dem Linguisten und Vordenker der Globalisierungskritik Noam Chomsky und dem wohl bekanntesten französischen Philosophen des 20sten Jahrhunderts Michel Foucault. Unter dem Titel "Macht und Gerechtigkeit" ist diese Konfrontation erstmals im April 2008 auf Deutsch erschienen.

Warum die Bezeichnung "Lesestammtisch"? Es sollte ein Titel für diese regelmäßige Veranstaltung gefunden werden, der potenzielle TeilnehmerInnen nicht zu sehr abschreckt, in dem er akademische Trockenheit ausstrahlt.
Was will der "Lesestammtisch"? Mit seiner Hilfe finden sich interessierte, offene, lese- und diskussionsfreudige Studentinnen und Studenten zusammen, um sich einmal im Monat unter Anleitung einer Kulturwissenschaftlerin über entwicklungspolitische Themen auszutauschen. In der universitären Ausbildung wird es zusehends schwieriger die eigenen Anschauungen zu präsentieren bzw. auch in Frage zu stellen. Aufgrund der Einsparungsmaßnahmen (große TeilnehmerInnenzahlen bei einzelnen Lehrveranstaltungen) aber auch der akademischen Hierarchie wird mit der eigenen Meinung sparsam umgegangen, sofern nicht große Namen der wissenschaftlichen Disziplinen bereits für die eigenen Gedanken Pate/Patin gestanden haben.
Der Lesestammtisch soll Platz bieten, dass sich StudentInnen unterschiedlichster Studienrichtungen interdisziplinär, angeleitet aber frei austauschen können. Und das Bedürfnis seitens der TeilnehmerInnen ist vorhanden, soviel lässt sich nach dreimaligem Stattfinden bereits sagen. Zusätzlicher Benefit für die TeilnehmerInnen: Sie dürfen die Bücher, die sie für den Lesestammtisch erarbeiten, bei regelmäßiger Teilnahme (!), behalten.
Im Schnitt dauert eine Sitzung des Lesestammtisches drei bis vier Stunden. Wobei es so ist, dass zweimal die TeilnehmerInnen noch länger gemeinsam zusammen gesessen sind, weil sie die Diskussion so stark bewegt hat. Bisherige Termine waren: 16. Oktober 2008, 13. November 2008 und 11. Dezember 2008. Die vierte Sitzung des Lesestammtisches wird am 15. Jänner 2009 stattfinden.
Als erstes Buch wurde die Aufzeichnung einer Fernsehdiskussion aus dem Jahre 1971, bei der es zu der legendären Begegnung zweier wissenschaftlicher "Superhelden", dem Linguisten und Vordenker der Globalisierungskritik Noam Chomsky und dem wohl bekanntesten französischen Philosophen des 20sten Jahrhunderts Michel Foucault. Unter dem Titel "Macht und Gerechtigkeit" ist diese Konfrontation erstmals im April 2008 auf Deutsch erschienen. Das Buch wurde von den TeilnehmerInnen von der ersten bis zur zweiten Sitzung vollständig gelesen, da es nur 66 Seiten stark ist. In der zweiten Sitzung (13. 11.2008) fanden rege Diskussionen darüber statt, die vor allem auch durch das politische Geschehen in den USA (Wahl des Präsidenten) in der Frage nach der Rolle der Vereinigten Staaten als politische Weltmacht mündeten.
Deshalb kam von Seiten der StudentInnen der Vorschlag, sich in der dritten Sitzung mit einem Artikel vom 4. September 2008 aus der Wochenzeitung "Die Zeit" zu beschäftigen, in dem der Autor Thomas Assheuer dieser Frage nachgeht. Dabei stellt er die Zugänge dreier völlig unterschiedlicher Politikwissenschaftler und Historiker vor. Anschließend an die Diskussion zu dem ausgewählten Lesebeispiel wurde auf Wunsch der TeilnehmerInnen noch die über zwei Stunden lange Dokumentation "loose change" angesehen, in der zwei junge Filmemacher noch einmal die Ereignisse rund um die Terroranschläge des 11. Septembers nächer beleuchten und viele neue Fragen aufwerfen. Die Sitzung endete um 0.05h.
Im Anschluss daran wurde per Email eine Abstimmung über das nächste Buch, dass im Jänner behandelt werden soll, abgehalten. Dabei standen folgende Titel zur Auswahl:
1.) Trojanow, Ilja; Hoskoté, Rajit: Kampfabsage; Blessing; 2007
2.) Milborn, Corinna: Gestürmte Festung Europa: Einwanderung zwischen Stacheldraht und Ghetto. Das Schwarzbuch.; Fischer; Frankfurth 2008
3.) Shaw, Sonia: Am Menschen getestet! Wie die Pharma-Industrie die Ärmsten der Welt für Medikamententests missbraucht.; Redline Wirtschaftsverlag; 2008
4.) Khanna, Parag: Der Kampf um die Zweite Welt: Imperien und Einfluss in der neuen Weltordnung.; Berlin Verlag; 2008
Es konnten Punkte zwischen eins und vier vergeben werden, wobei jede Punktezahl nur einmal vorkommen durfte. So wurde mehrheitlich das Buch von Corinna Milborn (Gestürmte Festung Europa) gewählt.
Die Bücher wurden wie auch schon beim Buch zur zweiten Sitzung beim Südwindverlag bestellt und an die StudentInnen weitergegeben. Wie bereits oben erwähnt, findet die nächste Sitzung am Donnerstag, den 15. Jänner 2009, statt.

Artikel aus "jung & heimlich":

"...Lesestammtisch im ÖJABHaus Burgenland 3 Unter dem Motto „Lesen – Denken – Diskutieren“ finden seit September 2008 einmal im Monat Treffen des neu gegründeten Studienzirkels statt. BewohnerInnen der unterschiedlichsten Studienrichtungen begegnen einander in gemütlicher Atmosphäre, um sich zu Themen aller Art, die sich unter der Überschrift „Globales Lernen“ zusammenfassen lassen, auszutauschen. Ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch Projektgelder der Organisation für Österreichische Entwicklungszusammenarbeit.

Das erste Buch „absolute(ly) Macht und Gerechtigkeit“ wurde von der Studienzirkelleiterin Birgit Hadler eingebracht. Es ist die im April 2008 erstmals erschienene deutsche Version der Aufzeichnung einer Fernsehdiskussion zwischen dem Linguisten und politischen Aktivisten Noam Chomsky und dem französischen Philosophen Michel Foucault aus dem Jahre 1971. Es kam zu einer angeregten Diskussion über die Ansichten der beiden Protagonisten, die doch sehr unterschiedlichen theoretischen Backgrounds zuzuordnen sind, jedoch beide als wissenschaftliche Superstars gehandelt wurden.

Die kommenden Treffen versprechen spannend zu werden, da sich die TeilnehmerInnen sehr aktiv einbringen. Für das nächste Meeting am 11. Dezember um 19.30h ist geplant, den ZEIT-Artikel eines indischen Politikwissenschafters über die Rolle der USA als politischer Worldgambler den Ansichten Huntingtons („The Clash of Civilisations“) gegenüberzustellen. Man darf gespannt sein!
Falls es noch InteressentInnen für den Lesestammtisch geben sollte, bitte einfach anmelden unter birgit. hadler@oejab.at. Wir lassen euch das Material gerne zukommen..."


22. Oktober 2008 / ÖJAB-Haus Donaufeld

"Globales Lernen in Donaufeld"

In einem Südwind-Workshop wurden Fragen der Globalisierung und des Globalen Lernens mit Jugendlichen erarbeitet und diskutiert. Besonderes Augenmerk schenke man der nahen Umgebung des Heimes: Was ist in meiner Nähe, das letztlich einen globalen Zusammenhang hat? Woher kommt der Orangensaft, den ich trinke, oder das T-Shirt das ich trage? Was hat meine Flugreise mit Rucksack in exotische Länder mit Globalisierung zu tun? Gibt es in Österreich Flüchtlinge aus Ländern, in denen ich gerne Urlaub mache? Ist das, was ich täglich in der Zeitung lese, wirklich alles Wichtige, das in der Welt passiert? Wie erleben MitbewohnerInnen aus anderen Kulturkreisen ihre neue Heimat in Wien?

Begleitend zum "Südwind"-Vortrag mit Workshop wurde ein kleines "Weltbuffet" ausschließlich fair gehandelter Speisen und Getränke als Imbiss für die TeilnehmerInnen angeboten.
Eine afrikanische Tanz-Trommel-Musikgruppe, gebildet aus AsylwerberInnen aus dem ÖJAB-Wohnheim Greifenstein, trat auf. (Die Donaufelder BewohnerInnen haben zu den AsylwerberInnen einen besonderen Bezug, weil sie seit Jahren v.a. zu Weihnachten Kleider- und Geldspenden sammeln.) Ergänzend wurde eine kleine Fotoausstellung über Flüchtlingsarbeit in der ÖJAB und über das Projekt "Interkultureller Naturgarten Greifenstein" gezeigt, bei dem Flüchtlinge ehrenamtlich als Bio-GärtnerInnen arbeiten und ihre eigenen Produkte anbieten.

Einladung

Artikel aus "jung & heimlich":

“Weltsicht entwickeln” im ÖJAB-Haus Donaufeld

Globales Lernen hat viele Gesichter

Am 22. Oktober 2008 fand im Rahmen des ÖJAB Jahresthemas „Globales Lernen“ ein Abend unter dem Motto „Weltansicht entwickeln“ im ÖJABHaus Donaufeld statt. Bereits Monate zuvor zerbrachen wir uns in der Heimleitung den Kopf, was denn an diesem Abend passieren sollte. Nach einem kurzen Brainstorming war klar, was wir wollten. Ruth war dann die nächsten Wochen damit beschäftigt Vortragende, Musiker und Buffet zu organisieren.

Der Tag wurde eingeläutet von einem Work-shop, den zwei Vortragende von Südwind (eine entwicklungspolitische NGO) gestalteten. Mit Flächenschätzspielen und anderen Aufgaben versuchten sie den TeilnehmerInnen ein anderes Bild der Welt zu vermitteln - jenseits der uns bekannten Maßstäbe und Aufgliederungen. In kleinen Gruppen wurden die Ansichten erarbeitet und dann im Plenum vorgetragen. Der Workshop war leider viel zu schnell vorbei und auch die Vortragenden genossen die ungezwungene und lockere Atmosphäre, die während der zwei Stunden herrschte. Ein zweiter Teil wurde bereits angedacht.

Nach dem Workshop konnten sich die StudentInnen an einem wirklich ausgezeichneten Buffet stärken, denn der Abend sollte noch lange werden. Das Buffet wurde uns vom Weltcafe in der Schwarzspanierstrasse geliefert und bestand aus biologischen und fair gehandelten Speisen.

Nach der kurzen Pause gab es dann noch musikalische Unterhaltung. Die erste Stunde gestaltete Gabriella Kopias, eine langjährige Bewohnerin unseres Hauses, gemeinsam mit ihrem Gitarristen Francois Gabriella. Sie erfreuten die Gäste mit Chansons und Swingnummern. Die Begeisterung und der Beifall waren groß.

Doch danach kam der Höhepunkt. Karim und Achill (sie stammen ursprünglichaus Burkina Faso und dem Benin) brachten etwas Exotik in unsere Heimbar. Mit typisch afrikanischen Instrumenten brachten sie uns ihre Musik näher. Lange dauerte es nicht, bis die Tanzfläche eröffnet wurde und die nächsten zwei Stunden getanzt und geschwitzt wurde.
- Judith Kittelmann


25. Oktober 2008 / ÖJAB-Haus Greifenstein

"Gäste aus Tansania"

Am 25.10.2008 fand in unserem Haus ein Informationsnachmittag zum Kennenlernen von Tansania statt. "Welthaus Österreich" hat die Gäste aus Tansania nach Österreich eingeladen und mehrere Informationstage in Wien, Niederösterreich und Salzburg organisiert.


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Artikel aus "jung & heimlich":

Tansania-Tag im ÖJAB-Haus Greifenstein

Am 25.10.2008 fand im Interkulturellen Wohnheim Haus Greifenstein ein Informationsnachmittag zum Kennenlernen von Tansania statt. „Welthaus Österreich“ hat die Gäste aus Tansania nach Österreich eingeladen und mehrere Informationstage in Wien, Niederösterreich und Salzburg organisiert. Zuerst machten wir mit den Gästen eine Gartenführung im „Interkulturellen Naturgarten Greifenstein“. Das Interesse war sehr groß und es wurde sehr rege diskutiert. Nach ca. 40 Minuten verlagerten wir die Diskussion in den Speisesaal, wo wir das Programm nach einer kurzen Kaffeepause fortsetzten. Frau Tumaini Matutu und Herr Jonas Lukule aus Tansania stellten uns zuerst ihr Land vor. Wir konnten sehr viel über die Besonderheiten und „Reichtümer“ des Landes erfahren.
Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt. An ihren Bodenschätzen (Gold, Diamanten, etc.) verdienen aber nur ausländische Unternehmen. Es gibt 14 Nationalparks in Tansania. Die Bevölkerung wird von diesem Land vertrieben – es darf nicht mehr bewirtschaftet werden. Herr Lukule meinte, dass in Tansania die Tiere mehr zählen, als die Menschen: „Löwen und Krokodile sind für den Tourismus sehr wichtig.“
Der Tourismus boomt in Tansania. Davon hat die „normale“ Bevölkerung allerdings wenig bis gar nichts. Die Anbauflächen für Exportprodukte (z.B. Baumwolle, Tabak, …) werden stetig vergrößert – den dort lebenden Menschen gehen diese Anbauflächen damit natürlich verloren. Von den Exporteinnahmen profitieren wieder nur multinationale Konzerne und eine kleine Oberschicht.
Frau Matutu und Herr Lukule stellten uns ihr Gartenbauprojekt „Mara“ vor. Rund 600 Familien sind daran beteiligt. Es war ein sehr schwieriger Prozess, da die meisten Menschen, die früher von der Jagd gelebt haben, erst „umgeschult“ werden mussten. Zum einen kann man beim Jagen schneller Geld verdienen und zum anderen ist das wichtigste Nahrungsmittel Fleisch. Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden. Die Mitarbeiter haben erkannt, dass man auch mit Gemüse und Obst Geld verdienen kann – es dauert eben etwas länger – und zum Teil wurde auch die Ernährung umgestellt. Es steht jetzt öfter Gemüse am Speiseplan. Es wurden eigene Kochkurse abgehalten, um den Leuten den „Zugang“ zum Gemüse zu erleichtern.
Es werden klimatisch angepasste Gemüse- und Obstsorten angebaut (z.B.: Kraut, Ananas, Bananen). Die Produkte werden auf den lokalen Märkten und auch an Hotels verkauft.
Da das Projekt am Viktoriasee liegt, gibt es mit der Bewässerung keine Probleme. Die nahe gelegenen Felder werden mit Kübeln bewässert. Für weiter entfernte Anbauflächen wurden Bewässerungsgräben gemacht. Doch schon in naher Zukunft könnte es Probleme geben. Frau Matutu erzählte uns, dass der Wasserstand des Viktoriasees stetig abnimmt.
Das Projekt läuft mittlerweile so gut, das die Mitglieder das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen und auch massivere Häuser bauen können. Außerdem werden schon Getreide- und Maniokmühlen, Geflügelzuchten und Ziegeleien betrieben.
Zum Abschluß konnten wir uns noch an einem kleinen Buffet stärken. Bewohnerinnen vom ÖJABHaus Greifenstein hatten afrikanisches und afghanisches Essen vorbereitet.

- Text und Foto: Marianne Haider

 

28. Oktober 2008 / ÖJAB-Haus Eisenstadt

"Global denken, lokal handeln?"

In einem Gespräch mit Hans Göttel, Leiter des Europahauses Burgenland, wurde das globale Denken in Anlehnung an Rüdiger Safranski´s Überlegungen zur Ideologie der Globalisierung (in seinem Buch "Wie viel Globalisierung verträgt der Mensch") diskutiert. Grundlage dafür war ein zu diesem Zweck verfasster Text.

Einladung

Globales Lernen. Eine Versuchung
Text zum Studienzirkel am 28. Oktober 08 im Haus Eisenstadt

Globalisierung gibt es, behaupten sie, obwohl zwei Drittel aller Menschenwesen noch nie ein Telefongespräch geführt haben. Wir leben alle global vernetzt, sagen sie, obwohl ganz Afrika nicht so viele Telefonanschlüsse hat, wie allein Manhattan. Wir sind global total verflochten, lehren sie, obwohl die Historiker längst gezeigt haben, dass die wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtungen, Personen- und Gütermobilität in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg intensiver waren, als dies heute der Fall ist.

Besser man begegnet der Globalisierung mit Respekt, also, indem man noch einmal und genauer hinschaut. Dann sehen wir neben der faktischen Globalisierung eine wuchernde Ideologie, ein gedankliches, rhetorisches, politisches Spiel mit dem Globalen.

Wer spielt hier und warum?
Warum vertragen wir Globalisierung?

In Anlehnung an R. Safranski´s Überlegungen zur Ideologie der Globalisierung (in seinem Buch "Wie viel Globalisierung verträgt der Mensch"), behaupte ich, dass wir mit der Idee des Globalen (und dem Globalen Lernen) etwas verfolgen:

1. Wir wollen uneingeschränkt Geschäfte machen. Von den ungehemmten Spekulationen mit (Schein)-Kapital bis zur weltweiten Gültigkeit meiner Kredtikarte; von der Verlagerung der Produktion bis zur freien Wahl des Arbeitsplatzes; vom freizügigen Lebenswandel bis zum freien Handel mit persönlichen Dienstleistungen. Diese Variante der Globalisierungsideologie wird zumeist mit Neoliberalismus diffamiert und heftig behindert.

2. Wir wollen weltläufig sein, keine bodenständigen Wurzelwesen, keine Provinzler, uns abgrenzen von hinterwäldlerischer Borniertheit. Und wir können auch keine Nationalisten mehr sein: "Nie wieder Nationalismus" - das ist die in Österreich und Deutschland politisch korrekte Losung. Global Denken heißt hier zugleich: mit seiner peinlichen Vergangenheit (und Gegenwart) nichts mehr zu tun haben müssen. Diese Variante der Globalisierungsideologie kennzeichnet eine weltbürgerliche Absicht - und sie beruft sich gerne auf gute Namen, wie Kant.

3. Wir wollen die Welt retten - vor Zerstörung, Ausplünderung, Apokalypse durch technischen Größenwahn und gierigen Wachstumserwartungen. Der Klimawandel, das Ozonloch, das Waldsterben, das Artensterben, usw.. zeigen schon, was uns droht, wenn wir nicht aufhören und weitermachen wie bisher. Und weil wir hurtig weitermachen wie bisher, hat auch diese Variante der Globalisierungsideologie gute Konjunktur.

Die Globalisierung ist ein eher neues Wort, 1996 war es das "Wort des Jahres", aber sie ist kein neues Phänomen. Schon früher wurden die Menschen durcheinandergewirbelt: in die Städte, zu den Fabriken, nach Amerika - und während sich das alte Dorfleben allmählich oder radikal auflöste - kam die Heimat als Idee zur Welt. Es war einfach notwendig. Und die Globalisierung hat es bewirkt, sie zu erfinden. Heimat, besonders viel Heimat, gibt es nämlich dort, wo besonders viele Menschen wegziehen.

Spötter gibt es genug: Heimat ist das freundlichste Wort für Zurückgebliebenheit (Martin Walser), eine freundliche Umschreibung der Resignation, eine Tröstung. Heimat, so glaube ich, ist eine großartige Idee - wenn man ihr nicht auf den Leim geht.

Die alten Chinesen haben zu dieser Spannung eine Weisheit formuliert: "Worte, die nahe liegen, aber in die Ferne weisen, sind gute Worte". Um "gute Worte" zu finden, ermuntert die ÖJAB ihre BewohnerInnen zu Verabredungen zum gemeinsamen Nachdenken - über Fragen, wie zum Beispiel: "Was bedeutet die Globalisierung für uns, was machen wir (uns) aus der Globalisierung?". Ob Kunst- oder Kulturevents, Bibliotheksgespräche, Lesezirkel, politische Diskussionen, Aktionen, - alle Versammlungen sind gut, sobald sie Worte finden, "die nahe liegen, aber in die Ferne weisen".

Nur schade, dass sich der entwicklungspolitische Slogan "global denken - lokal handeln" so gar nicht um die chinesische Weisheit schert.

(Entwurf 28.10.08 / Hans Göttel )


30. Oktober 2008 / ÖJAB-Haus Niederösterreich 1

Meet Your Neighbours

Das Fest war ein gelungener Versuch, das Heim für den Bezirk zu öffnen und erstmals als einen Ort für Globales Lernen zu präsentieren. Die meisten Bewohner/innen, die im ÖJAB-Haus NÖ 1 wohnen, kommen aus dem Mostviertel. Bei der Gestaltung des Programms wurde ganz bewusst auf heimatliche Kultur und Akteure zurückgegriffen sowie Kulturen und Akteure einbezogen, die den 2. Bezirk, wo sich das Heim befindet, kennzeichnen. Von den 450 Teilnehmern waren ca. 50 externe Personen aus dem Bezirk. Insgesamt waren ca. 40 Personen an der inhaltlichen Vorbereitung beteiligt, darunter auch die Mitglieder des Heimchores, der jiddische, türkische und deutsche Lieder ausgewählt und präsentiert hat. Die Jüdische Kultusgemeinde und der Aktionskreis Augarten haben das Fest unterstützt, es war für die ÖJAB ein Veranstaltungshöhepunkt dieses Jahres.

Fotos
Artikel aus "jung & heimlich":

Meet your neighbours – Fest der Kulturen
Ich kam als Fremder und ging als Freund

Es gibt da diese umgangssprachliche Aussage „Beim Feiern kummen d’Leit z’samm“. Sie ist zigfach, erfolgreich erprobt und hat eine lange, wenn nicht so gar eine der Menschheitsgeschichte zugrundeliegende Tradition. Und so profan sich jenes Sprichwort auf den ersten Blick anhören mag, bei genauerer Betrachtung steckt tatsächlich viel anthropologische Wahrheit dahinter.

Man feiert, tanzt, isst, trinkt, redet und lacht miteinander – und jede der facettenreichen Komponenten eines gelungenen Festes - sei es die Musik, die Kulinarik oder die Kommunikation - bietet somit jedem Gast die Möglichkeit, seinen ganz persönlichen, sozialen Anknüpfungspunkt zu finden.
Besagte Anknüpfungspunkte bot das Fest der Kulturen ‚Meet your neighbours’ am Donnerstag, den 30. Oktober 2008 zuhauf. Das ÖJAB-Haus Niederösterreich 1 war der Gastgeber und erinnerte mit seiner in Herbstlaubfarben gehaltenen Dekoration aus Zweigen, Kürbissen, Blütenköpfen und internationalen Mini-Flaggen an eine einladende ‚Thanksgiving’- Tafel, zu der Familie, Freunde und Nachbarn willkommen sind. In Kooperation mit dem nahegelegenen ÖJAB-Haus Niederösterreich 2 veranstalteten die Heimleiter Markus Gruber und Harald Pöckl samt ihren emsigen und rastlosen Teams einen Event, der überwältigenden Zustrom fand und wo sich sichtlich jeder der Anwesenden wohl fühlte. Knapp 800 Gäste feierten wie selbstverständlich und zwanglos eine kulturen- und generationenübergreifende Party, bei der Globales Kennenlernen allgegenwärtig war. Und als ich dann einen zweijährigen afro-österreichischen Jungen mit einer Türkin um die 55 zu einer jüdischen Liveband tanzen sah, war’s, als ob das ‚Globale Lernen neuer Generationen’ in personifizierter Form farbenfroh, lachend und lautstark lebendig geworden wäre. Aus dem ‚Meet your neighbours’ wurde stellenweise ein ‚Embrace your neighbours’.
Damit die Kräfte fürs Tanzen, Singen, Diskutieren und Musizieren nicht zur Neige gingen, sorgte ein reichhaltiges und ansprechendes Buffet mit niederösterreichischen, jüdischen und türkischen Spezialitäten und Schmankerln. Ich wage an dieser Stelle das kühne Statement, dass Globales Lernen im gastronomischen Bereich schon seit Jahrzehnten, nein seit Jahrhunderten ganz ohne Bildungsauftrag unbewusst praktiziert wird. Wir trinken Merlot aus Frankreich und Bohnenkaffee aus Brasilien, knabbern an Bananen aus der Karibik, essen einen indischen Curryreis und ein Hühnchen Chop sui und selbst der eingefleischte Hausmannskostfan hat Pizza und Hamburger in seine gängigen Essgewohnheiten aufgenommen. Jeder, das sage ich jetzt mal, war schon mal ein lernender, kulinarischer Globetrotter, auch wenn er das Land noch nie verlassen hat.
Beim Fest der Kulturen Tische und Teller zu teilen, war mehr als eine friedvolle, lernbegierige Geste: Wir bauten mithilfe eines gemeinsamen Mahls eine persönliche Beziehung zu unserem Gegenüber auf. Vertrautheit, Freundschaft oder sogar Intimität folgten im Idealfall. In jedem Fall aber war das gerade noch Unbekannte nicht mehr fremd und das Neue etwas schon Probiertes. Man kostet und weiß ziemlich schnell, ob man es riechen kann, ob es einem schmeckt und ob es schließlich ein wohliges Gefühl im Magen bereitet – im wörtlichen als auch übertragenen Sinn.
Ähnlich verhielt es sich mit der musikalischen Unterhaltung des Abends, die von den Konradsheimer Schuhplattlern, Grinberg & Friends, Alp Bora und Quetsch’n & Teufelsgeigen gestaltet wurden. Der Chor des ÖJAB-Hauses Niederösterreich 1 studierte je ein türkisches, jüdisches und österreichisches Lied ein, der Auftritt war ein voller Erfolg. Ob einem Gast ein Schuhplattler mit Akkordeonbegleitung, eine jüdische Volksweise oder ein türkisches Liebeslied gefiel, war Geschmackssache. Doch es ist eine unumstößliche Tatsache, dass Melodien Völker verbindend sind. Rhythmik kennt keine Sprachbarrieren. Und bei kurzer, näherer Betrachtung gelingt die Erkenntnis, dass Musiknoten die einzige Sprache bzw. Schrift haben, die auf der ganzen Welt gültig und verständlich ist. Das C-Dur klingt immer gleich, ob es jetzt von einer Zither im Zillertal, einem Didgeridoo in Australien oder einer Panflöte in Ecuador gespielt wird. Ein Ansatz, der bei Thesen des Globalen Lernens nicht unterschätzt werden darf.
Was die dritte Komponente der anfangs angesprochenen, sozialen Anknüpfungspunkte betrifft, da verhält es sich schon etwas differenzierter. Kommunikation sei nun mal verballastig: Wenn ich mein gegenüber sprachlich nicht verstehe, wird mir generell jegliches Verständnis schwerer fallen. Weit gefehlt! Bei der zwischenmenschlichen Verständigung macht das gesprochene Wort gerade mal 3% (!) der Kommunikation aus, während sagenhafte 97% im nonverbalen Bereich passieren. Dies bedeutet, dass es anstelle des Inhalts vielmehr darauf ankommt, WIE etwas ausgedrückt wird. Gestik, Mimik, Tonfall, aber auch Husten, Räuspern und Klatschen, ja sogar Schmuck und Kleidung spielen bei der Kommunikation eine überragende Rolle. (Quelle) Wenn mir, wie an diesem Abend, auf einem Fest die Hand gereicht wird, man mir mit einem Lächeln begegnet und man mir zuwinkt, dann kann ich im Normalfall davon ausgehen, dass mein Gegenüber, spricht es auch türkisch, hebräisch oder thai, mir freundlich, offen und respektvoll gesinnt ist.
Abseits von persönlichen Eindrücken und kurzen Denkansätzen, zu denen ich inspiriert wurde, lässt sich zum Event ‚Meet your neighbours’ ein Fazit sagen: Den Veranstaltern ist es eindrucksvoll gelungen, die kulturelle und ethnische Vielfalt im 2. und 20. Bezirk ins (ÖJAB-)Haus zu holen, um von- und miteinander global zu lernen. Und dass an diesem Abend Globales Lernen nicht zwangsläufig mit Studieren, Thesen und Theorien erarbeiten, Diagrammen erstellen oder Zukunftsplänen skizzieren zu tun hatte, sondern das Kennenlernen, die Empirie, das Beobachten und infolgedessen das Begreifen im Mittelpunkt standen, ist nicht weniger wertvoll oder wichtig. Ganz im Gegenteil…

- Kerstin Klepsch


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03. November 2008 / ÖJAB-Haus Burgenland 3

60 Jahre Menschenrechte - eine weltbürgerliche Erzählung

In einem Dia-Vortrag präsentierte Stephan Mögle-Stadel, Buchautor und Vorstandsmitglied der Internationalen Weltbürgerstiftung in New York, die Entstehungsgeschichte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und die Rolle der UNO seit ihrer Gründung vor 60 Jahren. Anschließend diskutierten Bewohner/innen des Heimes und externe Interessenten in einem Studienzirkel die Idee der Weltbürgerschaft

Einladung
Plakat

60 Jahre Weltbürgerbewegung: Weltbürger kommen wieder nach Wien
Europahaus Burgenland wird österreichischer Repräsentant der Weltbürgerstiftung

(pm) Vor 60 Jahren, am 19. November 1948, besetzen zwei Dutzend Menschen, darunter Albert Camus, Garry Davis, Andre Breton und Abbe Pierre, die UNO-Vollversammlung. Sie nannten sich Weltbürger und hatten sich auf der Zuschauertribüne platziert, von wo aus sie in Greenpeace-Manier die Vollversammlung mit Transparenten und Lautsprechern unterbrachen. Sie demonstrierten damit für die sofortige Verabschiedung des damals umstrittenen Entwurfs einer Menschenrechtserklärung.
Vom 25. November bis zum 10. Dezember demonstrierten infolge dessen Tausende von Mit-Weltbürgern vor dem UNO-Gebäude in Paris. Guy Marchand, damals Segelflugweltmeister und neben Garry Davis Co-Initiator der Weltbürgerbewegung, warf tausende von Flugblättern über den Dächern der Stadt ab. Die Regierungen, welche die Entscheidung über die Menschenrechtserklärung zunächst ins Jahr 1949 vertagen wollten, sahen sich damals durch den massiven Protest dieser "Bürger der Welt" gezwungen, am 10. Dezember 1948 doch noch die Allgemeine Erklärung der Menschen-rechte (AEM) zu verabschieden. (www.welt-buerger.org)

Die Weltbürgerinitiative von 1948 forderte damals schon, dass die 30 Paragraphen der AEM, darunter Folterverbot (§ 5) sowie Presse- und Meinungsfreiheit (§ 19), nicht nur Erklärungs- und damit Appellcharakter haben sollten, sondern dass sie automatisch Gesetzeskraft in allen UNO-Mitgliedstaaten bekommen.
Zudem soll die UNO zu einer Weltföderation mit demokratisch gewählten Weltparlament und einem funktionierendem Weltrechts-system weiterentwickelt werden. Ein Idee, die u.a. auch schon der Rechtsphilosoph Immanuel Kant vertrat.
In den 90er Jahren gehörte dem Präsidium der Weltbürger- und Weltföderalistenbewegung u.a. Sir Peter Ustinov, Lord Yehudi Menuhin und der Archäologe und Bestsellerautor Thor Heyerdahl an. Ehrenmitglieder sind der Dalai Lama, Michail Gorbatschow, Desmond Tutu, Nelson Mandela, Jean Ziegler und Vaclav Havel.

Die Weltbürgerbewegung hat in den vergangenen 10 Jahren u.a. Lobbyarbeit betrieben für die Schaffung eines Internationalen Straf-gerichtshof für Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Den Haag), eines UNO-Seegerichtshofs (Hamburg) zur Durchsetzung des Welt-seerechtsabkommens, eines Wahlpflichtkurses Weltbürgerkunde für Oberstufenschüler und für die Einrichtung einer Internationalen UNO-WB-IWF-Finanzaufsicht für die weltweiten, spekulativen Finanzgeschäfte. ((siehe nachfolgend 2. Pressemitteilung))

Ansprechpartner für Presse Österreich:
Mag. Hans Göttel, europahaus@bibliotheken.at, Tel. 026 82 - 704 59 - 33 und Fax -31

Weltbürger-Stiftung fordert Weltfinanzpolizei und Weltwirtschaftsrecht mit gesetzlichen Mindeststandards für den Weltfinanzmarkt

Die jetzige Weltfinanzkrise war lange voraussehbar. Von 1996 bis 1999 hat die deutschsprachige Repräsentanz der Weltbürger-bewegung, WFM-Germany, im Rahmen ihrer Studiengruppe "Globalisierung und Zukunftsforschung" eine Öffentlichkeits-kampagne betrieben, um aufzuzeigen, welche Schritte notwendig wären, eine solche Krise zu vermeiden.

Im SPIEGEL (Oktober, Nr. 41) des Jahres 1996 schrieb der Projekt-leiter Stephan Mögle-Stadel: "Alleine der Markt regiert. Bitte kein falsches Klagegeschrei. Die ökologisch und völkerrechtlich notwendige Vereinigung der Welt findet zunächst auf dem niedrigsten, gemeinsamen Nenner der Welt-Wirtschaft statt, weil wir Welt-Bürger es versäumt haben, die Welt-Regierungen rechtzeitig auf eine gerechtere Welt-Verfassung festzulegen. (…) Wenn die Idee des Weltrechtsstaates nicht die Realität der Weltwirtschaft einholt, dann werden wir als eine planetare Selbstmordgesellschaft im Tode vereint sein."
In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung (WE 17./18.08.96, Nr. 189) im August 1996 wird Mögle-Stadel anlässlich eines Vortrages über Zukunftsforschung und Weltregierbarkeit zitiert: "Wir leben de facto in einem Weltstaat, aber nicht de jure." Angesichts der Tatsache, dass Zukunftsforscher dem weltumspannenden kapitalistischen System noch 10 bis 15 Jahre geben, bis es sich selbst überlebt haben wird, müsse das weltweite Zusammenleben neu organisiert werden. "Über uns hängt das Damoklesschwert der globalen Krise und es kommt immer weiter runter", warnte der Referent. Der Kapitalismus werde zusammenbrechen, weil das System zu egoistisch, die soziale und Umweltkomponente zu schwach ausgeprägt sei. Dies biete die Chance zur Neuordnung. "Je länger wir aber warten, desto dramatischer wird es. Irgendwann werden einige reiche Staaten auf die globale Krise reagieren und bis wir schauen, haben wir eine Weltregierung, aber keine demokratische."
Am 12. November 1998 lief unter der Headline "Weltföderalisten fordern: Internationale Spekulationssteuer bei der UN verankern" ein Pressebericht des renommierten Wirtschaftsnachrichtendienstes AFX, Filiale Frankfurt Main (Börsenstr. 2-4), über die Ticker.
Darin hieß es u.a.: "Die Vereinten Nationen stärker in die Bemühungen um eine Stabilisierung des Weltfinanzsystems einzubinden, ist eine der Forderungen des ab dem heutigen Dienstag in New Delhi tagenden Weltkongresses der Weltföderalisten und Weltbürger. (…) Neben Möglichkeiten einer internationalen Besteuerung sollen auch Wege thematisiert werden, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Institutionen der Vereinten Nationen zu stärken und auszubauen. Auf diese Weise soll ein Teil des gegenwärtigen, im Weltfinanzsystem lagernden Spreng-stoffes entschärft werden".

Die Nachrichtenagenturmeldungen wurden damals u.a. von der Frankfurter Rundschau aufgegriffen. In einem Interview mit Mögle-Stadel (FR, 27.11.98) unter der Schlagzeile "Fernziel Globale Regierung" wird die Weltproblematik auf einen Punkt gebracht:
"Wir haben faktisch einen Weltwirtschaftsstaat, der national-staatliche Souveränität längst ausgehebelt hat." Diese Entwicklung sei bisher kaum kontrollierbar. (…) Die multinationalen Welt-konzerne, die wie Staaten operierten, sollten einer Kontrolle unter-worfen werden. Rechts- und Sozialstaatlichkeit müssten ebenfalls globalisiert und Rahmen-Bedingungen für die Weltwirtschaft konzipiert werden." Link

Acht Jahre später, unter der Überschrift "Globalisierung und Sklavenhandel", in der Rheinischen Post vom 08.März 2006 "hielt er Rückblick auf die weltweit größte Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts, die Nachwirkungen des Börsen-Crashs von 1929. (…) Und Mögle-Stadel sieht in der heutigen Entwicklung eine Tendenz, wiederum in solche Dimensionen zu geraten."

Nun, zwei Jahre später, befinden wir uns inmitten dieser Dimension einer Weltwirtschaftskrise.

Anlässlich der Pressekonferenz am 03. November in der Bibliothek des Österreichischen Institut für Internationale Politik, Opern-gasse 20 B, 1040 Wien, stehen Herr Mögle-Stadel und Herr Troy Davis für Fragen zu Auswegen aus der Weltregierungskrise zur Verfügung. Es können auch individuelle Redaktionsgespräche und Interviews vereinbart werden.

Stephan Mögle-Stadel hat nach dem Studium von Pädagogik, Psychologie und Geschichten (Fachbereich Psycho-Historie) mehrere Bücher zu den Themen Zukunftsforschung, Weltbürgertum, Global Governance und UNO-Reform verfasst (siehe websites).
Er gilt heute, zusammen mit Troy Davis, als der führende Kopf der Weltbürgerszene in Europa.

Links zu Weltbürgerfragen:

Kontakt: Mag. Hans Göttel, Tel. 026 82-704 5933
Mobil 0664-38 19 180, www.europahausburgenland.net

WFM-WCF-Pressestelle: Postfach 800 745, D-70507 Stuttgart
Fax 0049-711-735 36 22, Tel. 0049-176-620 710 66,
welt.buerger.presse@googlemail.com, www.welt-buerger.org

WFM-WCF-EU-Office, 31 Boulevard de la Marne, F-67000 Strasbourg
Fax 0033-8-7102 4628, www.ecoledelademocratie.org

World Citizen Foundation (WCF) HQ New York City, 211 East 43rd Street,
NY 10017, USA, Fax 001-212-922-9835, www.worldcitizen.org

Artikel aus "jung & heimlich":

"...60 Jahre UNO-Menschenrechte
Eine weltbürgerliche Erzählung in Wort und Bild

Aus aktuellem Anlass lud die ÖJAB in Kooperation mit dem Europahaus Burgenland am Montag, den 3. November 2008 ins ÖJAB-Haus Burgenland 3. Hans Göttel führte als Moderator durch den Abend und präsentierte die Hauptredner Stephan Mögle-Stadel und Troy Davis.

Ein bis auf den letzten Sitzplatz gefüllter Veranstaltungsraum begrüßte den Vortragenden Stephan Mögle-Stadel mit einem warmherzigen Applaus. Der Diplom-Pädagoge und Buchautor sowie Vorstandsmitglied der Internationalen Weltbürgerstiftung vermochte in seinem 60minütigen Vortrag gekonnt und schlüssig die Entstehungsgeschichte, Erfolge, Überlegungen, Tendenzen und Ziele der Stiftung zu vermitteln. Der äußerst kompetent wirkende Mögle-Stadel machte keinen Hehl daraus, dass er sein ganzes Tun in den Dienst der Weltbürgerbewegung stellt. Seine Authentizität, seine Rhetorik und seine Begeisterung für Befürworter der Stiftung, darunter finden sich Namen wie Albert Einstein, Albert Camus, Kofi Annan oder Boutros Boutros-Ghali, zog sich wie ein roter Faden durch das Referat, das nicht zuletzt aufgrund der Fotos, Grafiken und Videos flüssig und kurzweilig wirkte.
Die letzten 15 Minuten des Vortragsabends gehörten ganz dem derzeitigen Präsidenten und seit 1999 auch Geschäftsführer der Weltbürgerstiftung, Troy Davis, seines Zeichens Sohn des legendären Garry Davis, der als Menschenrechtsaktivist 1948 mit einer überraschenden Rede in der UNO auf sich aufmerksam machte und diese Bewegung erst ins Leben rief.
Zwar mag es dem gelernten Physiker an Charisma seiner berühmten Vorgänger fehlen, man erinnert an dieser Stelle an den ehemaligen Präsidenten der Weltbürgerbewegung Sir Peter Ustinov, so war zwischen seinen Zeilen doch Feuer für die Sache zu hören, nicht zuletzt aufgrund einiger provokanter Aussagen, denen man trotz Sarkasmus oder gerade wegen ihrer Ironie ein Quäntchen Wahrheit zusprechen musste. Ob Troy Davis die Zuhörer mit seinem Statement schockierte oder positiv bewegte, die Grundaussage der Stiftung formulierte er recht deutlich in seinem friedliebenden Schlusssatz: „ Weltbürgertum bedeutet, dass man glaubt, alle Menschen haben die gleiche Würde und sind frei geboren.“

Im Anschluss an die Vorträge fand unter der Leitung von Hans Göttel eine Publikumsdiskussion statt. Nach einer Stärkung am ausgezeichneten Buffet, vorbereitet von B3-Mitarbeiterin Birgit Hadler, setzte sich der ÖJAB-Studienzirkel „Kosmopolitisches Denken“ mit den Referenten in der Heimbar zusammen und diskutierte noch lange über die verschiedenen Aspekte des Weltbürgertums..."
Infos unter: www.welt-buerger.org
- Kerstin Klepsch